Die Kapitalregeln für Kryptowährungen stehen im Mittelpunkt einer aktuellen Debatte. Mehrere große Finanzverbände haben den Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) aufgefordert, seine Vorgaben für den Umgang mit digitalen Vermögenswerten zu überarbeiten. Besonders kritisiert wird eine Risikogewichtung von 1.250 Prozent, die Banken praktisch vom Handel mit Krypto-Assets ausschließt. Die Verbände argumentieren, dass die Regelung nicht mehr zeitgemäß sei und den Markt eher schwäche als sichere.
Kritik an den Basel-Vorgaben
Die Basel-Regeln bestimmen, wie viel Eigenkapital Banken für verschiedene Geschäfte vorhalten müssen. Für Kryptowährungen sieht der aktuelle Entwurf extrem hohe Anforderungen vor.
Die geplante Risikogewichtung von 1.250 Prozent würde bedeuten, dass Banken für jede Einheit an Kryptowerten ein Vielfaches an Eigenkapital hinterlegen müssten. Ein Beispiel: Für Kryptobestände von 10 Millionen Euro wären 125 Millionen Euro Kapital nötig. Für Banken wäre das wirtschaftlich nicht tragbar. Damit entsteht ein faktischer Ausschluss, auch wenn kein direktes Verbot besteht.
Kritiker warnen vor einer Zweiteilung: Regulierte Institute würden zurückgedrängt, während FinTechs, Broker oder ausländische Anbieter den Markt übernehmen. Aus Sicht der Banken entsteht dadurch ein Risiko für die Stabilität, weil Geschäfte außerhalb des regulierten Rahmens wachsen. Zugleich betonen die Verbände, dass die Nutzung von Blockchain-Technologie längst über Kryptowährungen hinausgeht. Projekte mit tokenisierten Staatsanleihen, Fonds und Zahlungsinstrumenten zeigen, dass die Technik auch für klassische Finanzprodukte eingesetzt wird.
Die Verbände fordern deshalb eine Anpassung der Regeln. Dazu gehören eine Neubewertung der Risikogewichte, eine Gleichbehandlung von offenen und geschlossenen Blockchains sowie eine bessere Einordnung von regulierten Stablecoins. Diese sind in vielen Ländern bereits gesetzlich abgesichert und mit Reserven gedeckt. Nach Ansicht der Banken sollten sie deshalb ähnlich behandelt werden wie herkömmliche Finanzinstrumente.
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Internationale Unterschiede und mögliche Folgen
Ein weiteres Problem ist die uneinheitliche Umsetzung. Länder wie Kanada, Singapur oder Hongkong wollen die Basel-Regeln ab 2026 anwenden. Die USA und Teile Europas gehen jedoch eigene Wege. Dort setzt man stärker auf risikoorientierte Vorschriften, die sich an den Eigenschaften der jeweiligen Assets orientieren. Unterschiedliche Ansätze könnten zu Marktverzerrungen führen und Banken zusätzlich belasten.
Die Diskussion macht deutlich, dass Kryptowährungen im Finanzsystem eine feste Rolle einnehmen. Ob Banken daran stärker teilhaben, hängt von den kommenden Entscheidungen ab. Bleiben die Kapitalvorgaben unverändert streng, könnte sich der Markt noch stärker zu nicht-banklichen Anbietern verschieben. Werden die Regeln aber überarbeitet, könnten Banken mehr Verantwortung übernehmen und Innovationen direkt im regulierten Finanzsektor vorantreiben.
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